Alpenüberquerung: In 4 Tagen von Füssen nach Como

3. Juni 2021
Ein absolutes Highlight! Die Strecke unsere Tour über die Alpen führt durch Österreich, nach Italien, kreuzt kurz die Schweiz und endet am Komasee bzw. in Como. Eine empfehlenswerte Strecke, wenn ihr 6 Tage Zeit habt und gerne Berge bezwingt.

Inhalt

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Tage
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Max. Tageskilometer
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Max. Höhenmeter

Highlights

Velographers Notizen

Ihr benötigt 6 Tage Zeit mit je einem Tag An- und Abreise. Ihr solltet schon einmal solche Tageskilometer mit einem passenden Fahrrad gefahren sein. Und vor allem sollten euch Anstiege Spaß bereiten oder mindestens wenig ausmachen.

Nach anderen Mehrtagestouren in Deutschland, Frankreich und den Niederlanden war dies bisher unser absolutes Highlight. Eine unglaublich eindrucksvolle Natur, eine abwechslungsreiche Strecke und eine sportliche Herausforderung.

Trail, Waldweg, Fahrradweg und Straße. Auf dieser Route sind wir auf allen Untergründen gefahren. Wir sehen diese Route als eine perfekte Strecke für Gravel Bikes. Die Tagesentfernung und teilweise loser Untergrund.

Bundesstraßen konnten wir nahezu komplett vermeiden.

Fahrradtyp

Trekkingrad, Cross/Gravel-Rad

Wegbeschaffenheit

Loser Untergrund, Fester Kies, Asphalt, Straßenbelag

Landschaft

Fluss, See, Wald, Mittelgebirge, Hochgebirge

Region

International, Europa

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Streckenverlauf in Komoot

Autor*in

Sebastian Frank
Fahrradbegeisterter Outdoorjunkie mit großem Interesse an urbaner Fortbewegung. Erkundet derzeit Brooklyn auf seinem Singlespeed.

Etappenbeschreibung

Die Strecke führt durch Österreich, nach Italien, kreuzt kurz die Schweiz und endet am Komasee bzw. in Como.

Tag 1: Fernpass (Füssen - Landeck)

Am ersten Tag startet die Etappe auf 800m, überquert am höchsten Punkt mit rund 1.200m den Fernpass und endet in Landeck. Mit allen auf und ab kommt man an dem Tag auf 1.100 Höhenmeter.

Mit 87,9 Tageskilometern ist das ein guter Start. Denkt daran, dass zwischen KM 35 und 52, wenn man den Pass überquert keine Gelegenheit für Mittagsessen oder Wasser auffüllen kommt.

Tag 2: Reschenpass (Landeck - Mals)

Am zweiten Tag sind es von Landeck nach Mals 77,1 Tageskilometer und 1.200 Höhenmeter. Insgesamt ähnlich dem ersten Tag, aber die Höhenmeter stecken alle in einem Aufstieg, der nicht zu verachten ist.

Die Strecke hinter Altfinstermünz mussten wir für euch umplanen. Im Video seht ihr einen spannenden Trail über Finstermünzwand und Bergfestung, der aber teilweise gesperrt ist. Die Strecke geht nun hoch nach Nauders über eine Straße – wir können leider nicht sagen, wie angenehm diese Straße zu fahren ist.

Nach dem Anstieg findet ihr in Nauders Gelegenheit für ein Mittagsessen – da es der letzte Stop in Österreich ist, wurden es bei uns zwei Riesen Portionen Kaiserschmarrn.

Ab dort geht es dann entspannt zum Reschenpass leicht hoch und am wunderschönen See entlang. Die Abfahrt zum Übernachtungsort Mals ist atemberaubend schön.

Tag 3: Umprailpass (Mals - Grosio)

Der Tag drei ist der große Tag des Umbrailpasses (kurz unterhalb des am Stelvio Passes). Mit 73KM und 1660 Höhenmeter und vor allem einem langen Anstieg die sportliche Herausforderung der Tour. Wir sind den Anstieg getrennt hoch gefahren, damit jeder seinen Tritt finden kann.

Eine super schöne aber auch anstregende Erfahrung. Der Blick von oben die Serpentinen runter entschädigt das Leiden am Berg.

Auf dem Pass auf 2500m selbst gibt es leider keine Möglichkeit für ein Getränk oder dergleichen. Es beginnt einige Meter weiter direkt die Abfahrt, die äußerst rasant werden kann. Macht bei der Abfahrt Pausen, damit eure Bremsen nicht überhitzen!

Unsere Mittagspause haben wir erst nach der Abfahrt gemacht – nehmt genug Snacks mit! Das letzte Drittel der Tagestour muss gemacht werden, verblasst aber etwas hinter dem Adrenalienkick des Vormittags. Spart Kraft für den letzten Tag.

Tag 4: Komasee (Grosio - Como)

Wir wollten den Passtag nicht überstrapzieren. Dafür ist der letzte Tag mit 144km nochmal eine abschließende Herausforderung. Aber glücklicherweise sind es nur 500 Höhenmeter und eine eher abschüssige Fahrt.

Highlight des Tages ist natürlich der Komasee. Springt hier ins Wasser oder genießt erstmal ein kaltes Getränk, wenn ihr ankommt. Ihr habt es geschafft!

Rollt die letzten Kilometer entlang des Sees und nehmt an den diversen Anlegestellen eine Fähre nach Como.

GPS der Tagesetappen

Tag 1

Fernpass (Füssen - Landeck)

Tag 2

Reschenpass (Landeck - Mals)

Tag 3

Umbrailpass (Mals - Grosio)

Tag 4

Komasee (Grosio - Como)

An- und Abreise

Wir kommen aus dem Rhein-Main-Gebiet und konnten mit ICE, IC, RB recht schnell und angenehm dort anreisen.

Das ist übrigens der Ursprung der Route:
Wir haben uns zwei gut angebundene Bahnhöfe rausgesucht und Komoot eine Strecke vorschlagen lassen und anschließend verfeinert.

Von Como fährt eine RB nach Lugano und von dort über Zürich nach Deutschland. Das Ticket für die RB in Italien mussten wir vor Ort kaufen und die Tickets für die Schweiz und Deutschland am DB Schalter – mit Fahrradmitnahme geht es nicht online!

Ein Hinweis noch zum Komasee: Komoot nimmt einfach eine Fährverbindung nach Como an. Aber Achtung, informiert euch vorher, wo zu welchen Zeiten Fähren halten. Im Norden des Sees scheinen seltener Fähren nach Como zu fahren. Wir hatten einfach Glück, eine passende zu erwischen.

Übernachtung und Verpflegung

In unserer Recherche hatten wir den Eindruck, dass nicht übermäßig viele preiswerte Unterkünfte gibt. Vor allem wenn man am Ende des Tages nur 2-3 Städte/Dörfer zur Auswahl hat. Daher bucht lieber frühzeitig. Teilweise, bspw. in Mals mussten wir rumtelefonieren, da es keine Online-Buchung gab. Wir haben gewählt:

  • Füssen: Nicht mehr existent
  • Landeck: Hotel Schrofenstein
  • Mals: Hotel Gasthof Grauer Bär
  • Grosio: Albergo Motel Dosdè
  • Como: Nicht mehr existent


Die Essenssituation ist natürlich vor allem in Italien genial! Die Verfügbarkeit in der Mittagszeit war bei uns eher ein Problem und wir mussten manchmal 1-2 Stunden mit knurrendem Magen fahren. Also nehmt genug Snacks mit.

Ausrüstung

Neben den Vorteilen von Gravel-Fahrrädern solltet ihr euer Gepäck möglichst minimal gestalten.

Wir hatten jeweils eine Rolle vorne am Lenker, eine kleine Rahmentasche und eine große Satteltasche.

In die schwer zugängliche Rolle kommt die normale Kleidungsgarnitur und Schuhe. In die Rahmentasche kommt das Kleinzeug, Snacks, Kamera und alles an das man schnell kommen muss. In die Satteltasche kommt Werkzeug, Ersatzschlauch, eine Jacke und andere Dinge die Platz benötigen und auch mal vor der Ankunft am Hotel gebraucht werden.

Hilfreich fanden wir zudem unseren Wahoo Fahrradnavi auf den wir von Komoot unsere GPS Strecke übertragen haben.